Zielgruppe Katzensenioren?

Wenn der Hund der beste Freund des Menschen ist, dann ist die Katze die beste Freundin. Eine Freundin, die einem ab und zu deutlich die Meinung sagt. Ganz besonders im Alter, wenn sie, schwerhörig und schon etwas tüddelig, lautstark das servierte Katzenfutter mal wieder ablehnt.

Wie alt werden Katzen?

Diese Frage kann nur differenziert beantwortet werden, da die unterschiedlichen Haltungsbedingungen zu verschiedenen durchschnittlichen Lebenserwartungen führen. Gesamt betrachtet werden Katzen im Durchschnitt 15 Jahre alt. Dabei gilt, Katzen in reiner Wohnungshaltung werden in der Regel deutlich älter, als Katzen im Freilauf oder gar Straßenkatzen.

Oft fragen sich Katzenhalter auch, wie alt ihre Katze, verglichen mit den menschlichen Lebensjahren ist. Die nachstehende Tabelle bietet eine grobe Orientierung:

Wie fit eine Katze mit zunehmendem Alter ist, hängt vor allem von ihrer Ernährung, den Haltungsbedingungen, der gesundheitlichen Fürsorge und der liebevollen Zuwendung von ihrem Halter ab. Im besten Falle wird eine Katze von Geburt an katzengerecht ernährt, lebt mit anderen Katzen in einer zu ihrer Art passenden Haltung zusammen und wird vom Menschen täglich gut unterhalten und gepflegt.

Wie verändern sich Katzen im Alter?

In einem Satz auf den Punkt gebracht: Das Leben (mit) einer alten Katze wird ruhiger. Alte Katzen wollen zwar immer noch zum Spielen animiert werden, aber die Zeiten der wilden Hechtsprünge und stundenlangen Jagdspielchen sind vorbei. Das Aus-Ruhe-Bedürfnis wird größer, viele Katzen werden mit zunehmendem Alter verschmuster und anhänglicher. Im hohen Alter kann die Sprungkraft abnehmen, sie können schlechter hören, sehen und riechen. Es gibt katzentypische Erkrankungen, die unter anderem durch eine nicht artgerechte Ernährung in der Jugend, im Alter auftreten können. Deswegen gilt – nicht nur – für Katzen, eine hochwertige und ausgewogene Ernährung ist die beste Basis für eine fitte Seniorenzeit!

Die Ernährung von Seniorkatzen

Aufgrund der alterstypischen Veränderungen im Stoffwechsel, sollten folgende Punkte in ihrer Ernährung beachtet werden:

  • Hohe Biowertigkeit der tierischen Proteine – können vom verlangsamten Stoffwechsel leichter verwertet werden – Stichwort Bekömmlichkeit
  • Hochwertige Rohstoffe, die schonend gegart werden – auch diese sorgen für eine bessere und leichtere Verdaulichkeit
  • Natürlich riechendes Futter aufgrund erstklassiger Zutaten – spricht den nachlassenden Geruchssinn der alten Katze besser an, Katzen essen nur was sie riechen können und was für sie gut riecht
  • Status entsprechender Kalorienwert – alte Katzen sollten am besten ihr Idealgewicht haben und halten; das heißt hoher Kaloriengehalt für untergewichtige, moderater für dicke Katzen
  • Angepasste Supplementierung – beispielsweise geringerer Phosphorgehalt um die „alten“ Nieren zu entlasten oder höhere Dosierung von einigen Vitaminen und Co. aufgrund der schlechteren Aufnahme und Verwertung des verlangsamten Stoffwechsels
  • Katzengerechte Ballaststoffe – Seniorkatzen neigen öfters zu Verstopfungen, Ballaststoffe können hier unterstützen
  • Katzennassfutter sollte überwiegen – Katzen sind oft generell schlechter Trinker, im Alter meist noch mehr, zu wenig Flüssigkeit kann zu Verstopfungen oder Nierenproblemen führen

Seit Jahren findet beim Menschen ein Umdenken bei der eigenen Ernährung statt, die Qualitätsansprüche steigen generell an. Diese Entwicklung setzt sich natürlich auch in der Tierfutterindustrie fort. Aus diesem Grund gibt es heutzutage eine gute Auswahl an hochwertigen und offen deklarierten Katzenfuttermitteln.

Zusätzlich bietet es sich an geruchsintensive natürliche Leckerli und sinnvolle Nahrungsergänzungsmittel im Sortiment zu haben. Mit diesen Leckerli können die Katzenhalter verschmähtes Futter geruchstechnisch für ihre Senioren attraktiver machen. Und gute Nahrungsergänzungsmittel bieten Linderung bei dem einen oder anderen Zipperlein.

Zubehör für Katzensenioren

Es gibt zwei wichtige Aspekte beim Zubehör für alte Katzen. Zum einen ihr mögliche Hürden im Alltag zu nehmen, zum anderen ihr mehr Bequemlichkeit zu bieten. Kleine und durchdachte Kratzmöbel erleichtern den Aufstieg auf das Sofa oder die Heizung. Katzentoiletten mit einem niedrigen Einstiegsrand vereinfachen den Klogang. Besonders kuschelige und weiche Bettchen sind bestens für die alten Muskeln und Gelenke geeignet. Beheizbare Kissen entsprechen dem erhöhten Wärmebedürfnis der Senioren. Einfaches Spielzeug mit Federn oder knisternden Schnüren animieren selbst die alte Katze zu einem kleinen Spielchen. Auch hier gibt es von einigen Herstellern viele tolle und durchdachte Produkte.

Katzensenioren sind eine interessante Zielgruppe

Wenn die langjährige Freundin auf vier Pfoten sichtbar alt wird, dann ist eine möglichst hohe Lebenserwartung das Ziel vieler Katzenfreunde. Und mit dem Beginn der letzten Lebensphase wächst der Wunsch sie noch mehr besonders zu verwöhnen. Sobald eine fundierte Beratung mit einem abwechslungsreichen und durchdachten Sortiment Hand in Hand gehen, sind alle drei zufrieden: die Katze, ihr Mensch und der Fachhandel.

(c) Katja Tuszynski 2017 – erschienen im Magazin „zza. – zoologischer zentralanzeiger“ 2017